Einige Tage nach Shivaratri 2020 im Mysore Ashram setzte Sri Swamiji Sich um den 25. Febr. morgens nach der Sri Chakra Puja hinter die Brüstung des Kalagni Shamana Datta Tempels in der Prayer Hall. Er war mit einer Gesichtsmaske erschienen und hielt eine erste Rede zur Situtation in der Welt und in Indien zu Anfang der Corona Pandemie, die da in Indien erst angefangen hatte mit sehr wenigen Infektionen. Auch während dieser noch harmlosen Situation, empfahl uns Sri Swamiji vorsichtig zu sein in der Oeffentlichkeit, Abstand zu anderen zu halten und möglichst Gesichtsmasken zu tragen, vor allem im Ashram in den Tempeln und auch anderen öffentlichen Plaetzen. Im Anschluss an Seine Rede konnte man das erste Mal Masken in der Prayer Hall von einigen Helfern bekommen. Viele besorgten sich eine. Jedoch wurden nur noch die naechsten vielleicht 2 – 3 Tage Gesichtsmasken von einigen Devotees in der Prayer Hall aufgesetzt. Wenige Tage spaeter bereits kaum noch, und Sri Swamiji lies dies unkommentiert zu. Waehrend dieser Zeit waren die wenigen Einzelfälle von Infektonen in Kerala und Delhi wieder abgeklungen. Und Indien schien erstaunlicherweise (offiziell) wieder ohne irgendwelche Coronainfektionen zu sein. Allerdings gab es neben vielen Fällen in China auch mittlerweile eine ganze Reihe von Ländern, wo einzelne Infizierte ausfindig gemacht wurden.

Bereits wenige Tage spaeter um den 1. März herum blieb Sri Swamiji wiederum laengere Zeit in der Prayer Hall, um u.a. wiederholt auf die Gefahren von Coronainfektionen hinzuweisen. Wiederum ermahnte Er uns alle, eine Gesichtsmaske in allen oeffentlichen Plätzen und Tempeln im Ashram und auch ausserhalb des Ashrams zu tragen, Abstand zu halten und alle Dinge von ausserhalb des Ashrams nach Einkäufen etc. zu reinigen. Er beruhigte uns Devotees allerdings, dass vermutlich in Indien weniger Infektionen passieren könnten und alles (hoffentlich) bald vorbei sei. Wiederum wurden Gesichtsmasken verteilt, dieses Mal N 95-Masken, die besonders dicht und sicher gegen Coronainfektonen sein sollen. Viele Devotees liessen sich dieses Mal eine Gesichtsmaske geben, und viele trugen die Masken dann auch weiterhin zumindest in der Prayer Hall. Abends kam Sri Swamiji während dieser Zeit oft noch zum Audumbara Baum neben der Prayer Hall, wo viele Devotees und einige Priester taeglich ca. 12 Anagha Vrata in der Kurzform zelebrierten. Zum Abschluss sangen jeweils Jaitra Varanasis Tochter Sanmathy und deren Schwester sehr schön den Anagha Vrata-Lobgesang auf die jeweiligen rituellen Schritte der Puja. Einige Tage später kam Er nicht mehr dorthin, nachdem Er das fast 2 Monate lang getan hatte.
Anfang März war Sri Swamiji dann nach Nord Karnataka gefahren und gleich anschließend nach Tirupati. Es sollte Seine letzte Tour sein für die nächsten mindestens 6 Monate.

Bereits am 9. März wurde derShuka Vana, der Bonsaigarten und das Vishvam Museum in Abstimmung mit den örtlichen Polizeibehörden geschlossen, um Infektionen zu vermeiden. Etwas später folgten alle Tempel im Ashram.
Am 10. März beging Sri Swamiji den Lakshmi Jayanti-Morgen im Sri Datta Venkateshvara Tempel mit Seiner Puja im Padmavati Schrein. Im Anschluss hielt Er eine längere Rede u.a über die Verehrung von Sri Lakshmi/Mother Goddess, das Erlernen der Bhagavad Gita und dann auch zur Coronasituation in Indien. Er hatte wegen der Gefahr von Infektionen durch den Coronavirus Seine anstehende längere Andrah Pradesh Tour tags zuvor abgesagt, inklusive dem Lakshmi Jayanti-Darshan in einem der dortigen Ashrams. Noch dort im Datta Venkateshvara Tempel hoffte Sri Swamiji, dass der Coronavirus sich nicht in Indien groß ausbreite. Und verkündete wiederum verschiedene Verhaltensmaßregelungen und Verbesserungsmöglichkeiten des Immunsystems, an die wir uns halten sollten/könnten. Von dem Tag an war Sri Swamiji nur noch mit einer Gesichtsmaske zu den Darshans gekommen und hatte keine Einzel-Darshans mehr zugelassen.

Ab ca. Mitte März waren weltweit bereits viele Länder von Coronoinfektionen betroffen, einige wie Italien und der Iran besonders stark. In Indien waren wieder erneut einzelne Fälle aufgetreten, allerdings noch nicht in Karnataka.
Ab 20. März startete Sri Swamiji sein abendliches Darshan Programm bei Facebook, Avadhoota Datta Peetham live. Dort chantete und erläuterte Er einen Sanskritvers in verschiedene Sprachen, später auch in Englisch. Weiterhin sang Er bei jedem der folgenden Episoden einige Seiner Bhajans und begann auch etwas später das Telefonieren mit Devotees während der Sendung.

Die Corona-Situation in Indien nahm während dieser Zeit an Fahrt zu, und erste Fälle wurden aus Bengaluru und später aus Mysore gemeldet. Am 22. März wurde der nationale und internationale Flugverkehr gestoppt, um Infektionen, die häufig durch Reisende auftraten, zu unterbinden. Viele internationale Touristen einschließlich auch der nationalen Touristen sassen dann meistens wochen- bis monatelang in ihren Urlaubsorten fest, da alle anderen öffentlichen Transportmittel ebenfalls gestoppt wurden. Im Mysore Ashram waren alle Angels abgereist bis auf Shabari aus der Schweiz. Sheetal Persad, der seit längerer Zeit als Ashramangehöriger gilt, war nach Canada gereist und konnte wegen dem Flugstopp nicht mehr nach Indien zurück kommen. Und nur 2 Tage später wurde von der indischen Regierung ein über 2monatiger Lockdown bis zum 31. Mai verfügt, bei dem alle Leute in Indien in ihren Häusern bleiben sollten und nur für essentielle Besorgungen Fusswege bis zu einem näheren Geschäft, das man zu Fuß erreichen konnte oder einem Arzt etc. unternehmen durften. Die Polizei war angehalten worden, den Verkehr auf den Strassen zu kontrollieren. Nur noch sehr wichtige Wirtschaftsbereiche durften weiterarbeiten. Viele Beschaeftigte wurden in Homeoffice geschickt oder gar gekuendigt. Die meisten Gelegenheitsarbeiter in den Ballungsgebieten verloren über Nacht ihre Anstellungen und befanden sich meist ohne finanzielle Rücklagen „auf der Straße“. Das waren allein mehr als 60 Millionen Tagelöhner in Indien. Viele von ihnen kamen aus weit entfernt gelegenen ländlichen Gebieten und konnten meistens mehr als 5 Wochen nicht zu ihren Familien zurückreisen. Das verursachte die größte „Migrationswelle seit der Abspaltung Pakistans von Indien“ von den Tagelöhnern, die meistens zu Fuß hunderte Kilometer zu ihren Dörfern liefen – kaum Nahrungsmittel bei sich führend. Die Regierung hatte solch drastische Auswirkungen und die Wanderwelle nicht erwartet. Und auch viele weitere einfache Arbeiter und viele besser ausgebildete Angestellte verloren ihre Jobs oder wurden nicht mehr weiter bezahlt/hatten Zwangsurlaub. Erst ca. 5 Wochen nach dem Anfang des Lockdowns wurden Züge und Busse in den Ballungsgebieten zur Verfuegung gestellt, die die Tagelöhner wieder in ihre Heimatdörfer brachten. Sehr viele Menschen in Indien hatten kaum finanziellen Spielraum selbst für ihre tägliche Ernährung zu sorgen. Regierungsstellen, soziale Einrichtungen und viele weitere Organisationen formten daraufhin Gruppen von freiwilligen Helfern, die Mahlzeiten an Bedürftige verteilten. Freiwillige des Mysore Ashrams verteilten alle paar Tage riesige Mengen an Nahrungsmittelpaketen an Bedürftige . Durch Online-Spenden und Buchungen von Ritualen der Devotees waren diese Hilfsaktionen möglich geworden. Man kann einige dieser Aktionen bei Facebook, Dattapeetham nachschauen. Sri Swamiji und Sri Balaswami waren beide sehr aktiv involviert in die Verteilungsaktionen.

Während der langen Lockdown-Periode wurden auch keine Zulieferer, Arbeiter und Reinigungskräfte mehr in den Ashram gelassen. Es blieben alle Arbeiten an Gebäuden liegen. Der schon weit fortgeschrittene Bau um den Karya Siddhi Hanuman Tempel konnte nicht mehr weitergeführt werden. Der Ashram wurde nicht mehr von den vielen Putzfrauen gereinigt. Alle Ashrambewohner wurden von Sri Swamiji aufgefordert, diese Arbeiten selbst zu tun. Und tatsächlich waren in den nächsten Wochen fast alle Ashrambewohner mehrere Stunden täglich damit beschäftigt, den Ashram physisch rein zu halten.Sri Swamiji war darüber ganz besonders erfreut! Da man nicht mehr außerhalb des Ashram Einkaufen gehen konnte, kam jeden 2. Tag morgens ein mobiler Gemüsestand an das Ashramtor. Weiterhin konnte man in den kleinen Geschäften gegenüber auf der anderen Strassenseite des Ashrameingangs Lebensmittel bestellen und am Ashramtor abholen. Für uns Angels gab es einen Volunteer (Freiwilligen Helfer) des SDHS Mysore, der uns alle 4 – 5 Tage Lebensmittel von einem kleinen Supermarkt ans Ashramtor brachte. Weiterhin konnte man besondere Artikel auch Online im Internet ordern, die dann ans Ashramtor geliefert wurden. Insgesamt waren diese Aktionen aber recht aufwändig, da man oft nicht die Sachen bekam, die man eigentlich haben wollte und teilweise auch zu ungünstigen Zeiten und man auch mehrmals am Tag am Tor diese Dinge abholen musste. Da die hier verbliebenen 4 Angels aber alle recht diszipliniert waren und die schwierige Situation ernst nahmen, kam es zu keinerlei Schwierigkeiten bei uns bzw. unter uns.

Sri Swamiji und Sri Balaswami hatten die Pujas und Bhajans in der Prayer Hall zunächst gestoppt und gingen dazu über, ein sehr reichhaltiges tägliches Video Live Programm den Devotees weltweit zu gewähren. Der Ashram war während dieser Zeit etwas ruhiger geworden. Und nur noch die auf den Ashramstraßen und –wegen fegenden Devotees waren manchmal aus der Entfernung noch zu hören. Auch der Autoverkehr auf der Nationalstraße vor dem Ashramtor war auf ein Minimum geschrumpft. Sri Swamiji forderte uns Ashrambewohner sogar auf, weniger im Ashram herumzulaufen und Kontakte mit anderen zu meiden.

Es wurden zwar offiziell alle Feste gefeiert, allerdings lediglich die Rituale von den Priestern zelebiert, manchmal auch von Sri Swamiji Selbst oder Sri Balaswami. So wurde u.a. das Jayalakshmi Mata Aradhana im April in der Dining Hall von Sri Swamiji mit einigen Priestern zelebriert und online ausgestrahlt. Wir Devotees durften aber selbst nicht einmal aus der Ferne zuschauen, und die Devotees hielten sich denn auch an die Beschränkungen. Eine Zeitlang war Sri Swamiji noch manchmal morgens zum Homaplatz in der Prayer Hall gekommen, und wir Devotees konnten Ihn dann von draußen vor der Prayer Hall für wenige Minuten durch die Vergitterung sehen. Das war allerdings auch schon ein besonderes Ereignis. Uns wurde dann auch das Arati-Feuer hingehalten, um den Homa-Segen zu erhalten. Ein Highlight war allerdings Sri Swamijis 78. Geburtstag, zu dem wir Devotees aus dem Ashram plus einige Ashramhelfer von außerhalb in der Prayer Hall teilnehmen konnten, unter Einhaltung der bekannten Abstandsregeln und nur mit Gesichtsmaske. Sri Balaswami führte die Pratyaksha Pada Puja an Sri Swamiji aus, die allerdings nur recht kurz war. Anschließend hielt Sri Swamiji noch eine denkwürdige Rede, die auf www.dattavani.org nachgelesen werden kann. Darin kündigte Er u.a. weitere Zunahmen der Infektonsfälle in Indien für Juni und Juli an. Er sagte dabei auch, dass Er Selbst die letzten Jahre nie länger im Ashram bleiben konnte wegen Seinen vielen Touren. Durch Gottes Gnade sei es nun möglich, dass Er (mindestens) 3 Monate durchweg im Ashram sein könne. Auch hatte Er immer mal vorgehabt, Sein Geburtstagsfest klein zu halten, was erst heute möglich wäre durch die Beschränkungen in der Coronazeit. Weiterhin sagte Er, dass auch wenn man spezielle Dinge unternehme wie die Guru Gita chanten, bestimmte Medizin einnehme etc., könne man den Virus bekommen. Der Virus würde uns nicht fürchten, wir sollten eher den Coronavirus fürchten. Er sprach auch darüber dass der Lockdown viele dramatische Verbesserungen in der Natur hervorgerufen hat wie saubere Flüsse, Luft etc. Nach der Rede verließ Sri Swamiji ziemlich bald die Prayer Hall, ohne wiederum Darshan oder Prasadam an die anwesenden Devotees zu verteilen. Am 2. Juni war Sri Swamijis indischer 78. Geburtstag, Jyeshta Shuddha Ekadashi-Tag. Und es gab wiederum eine Pada Puja an Sri Swamiji von Sri Balaswami ausgeführt in der Prayer Hall, allerdings dieses mal recht kurz und ohne anschließender Rede von Sri Swamiji in der Prayer Hall. Etwa so viele Devotees wie für die Pada Puja vom 26. Mail konnten daran sehr glücklich teilnehmen.

Am 3. Juni öffnete der Ashram vorsichtig wieder seine Tore. Es war aber nur den Service-Leuten, die Milch u.a. Artikel für die Ashrambewohner brachten und die Arbeiter und Devotees, die wichtige Aufgaben im Asham zu erledigen hatten. Die Ashrambewohner waren aufgefordert, weiterhin nur wenn dringend nötig, den Ashram zu verlassen. Die vielen Bauarbeiten im Ashram konnten so fortgesetzt werden. Der Karya Siddhi Hanuman Tempel ist außen nun fast fertiggestellt. Es wurde wieder etwas lebendiger im Ashram, obwohl die Tempel, der Shuka Vana und das Museum offiziell noch alle geschlossen waren. Es wurde überlegt, diese wieder zu öffnen, aber dann immer wieder weiter verschoben, da die Infektionszahlen im Juni in ganz Indien und auch in Mysore, das zunächst wieder coronafrei war, dann aber wiederholt neue Infektionen zu beklagen hatte. Und dieses Mal gingen die Zahlen während der nächsten Monate auch nicht mehr zurück sondern nahmen ständig zu. Wie zu hören war, waren die örtlichen Polizeibehörden sehr besorgt um Sri Swamijis Wohlbefinden in der Coronazeit mit den hohen Infektionszahlen in der Umgebung des Ashrams. U.a. deshalb wurden vor allem von der Polizeiseite jeweils die Schließungen des Ashram angeraten. Allerdings gab Sri Swamiji weiterhin während hoher Feiertage Darshan in der Prayer Hall, meistens in Verbindung mit einer Puja von Ihm. Er wirkte während der Darshans eigentlich immer recht frisch, ausgeruht, gut gelaunt und bei guter Gesundheit. Zwischendurch im Juni und auch später noch einmal war jedoch zu hören von Ihm Selbst und auch von anderen hier, dass Er einige Probleme vor allem mit Seinem Hals habe. Dieser Zustand schien sich nach wenigen Tagen erfreulicherweise durchweg wieder zu verflüchtigen. Am 21. Juni konnten wir Devotees Sri Swamiji in der Prayer Hall sehen, wo der Internationale Yogatag begangen wurde. Die Mitglieder des DKY-Teams sowie einige ihrer fortgeschrittenen Schüler führten verschiedene besondere Yoga-Asanas vor. Weiterhin wurden einfache Yogaübungen für uns anwesenden Devotees gelehrt, die wir an Ort und Stelle ausführen konnten. Sri Swamiji zeigte Sich ganz zufrieden mit den Vorführungen und den Belehrungen. Jedoch hielt Er keine Rede und verabschiedete sich bald am Ende der Veranstaltung.

Am 9. Juli wurde Guru Purnima mit einer langen Vyasa Puja von Sri Balaswami in der Prayer Hall gefeiert, woran auch die Devotees teilnehmen konnten.
Krishna Janmashtami wurde ebenfalls mit Sri Swamiji Präsenz in der Prayer Hall gefeiert. Er zelebrierte eine längere Krishna Puja. Anschließend kamen mehrere kleine und größere Kinder in Krishna-Verkleidung zu Ihm beim Kalagni Shamana Datta-Schrein, um ein Foto mit Ihm aufzunehmen. Er ließ dabei einen der kleinsten Kinder auf seiner Flöte Töne spielen, die allerdings recht quer kamen und alle lachen mussten. Gleich danach verließ Er die Prayer Hall gegen 22.00 Uhr. Anschließend konnten alle anwesenden Devotees sich in einer Schlange einreihen und Prasadam dort erhalten, wo Sri Swamiji gerade gestanden hatte. Draußen vor der Prayer Hall hatten sich die Veda Boys bei der Seilwinde versammelt, wo sie einen Wasserbehälter mit einem Stock im Anlauf herunterschlagen sollten, der von der Seilwinde im gleichen Moment in die Höhe gezogen wird. Der Veda Boy gewinnt das Spiel, der den Wasserbehalter herunterschlagen kann, sodass das Wasser verspritzt. Eine sehr lustige, sportliche Angelegenheit…

Am 18. August beendete Sri Swamiji Seine Übersetzungen und Belehrungen aus dem Devi Bhagavatam, welches Er für ca. 2 Wochen anstelle des Maha Bharata Live bei Facebook, Avadhoota Datta Peetham, aufnehmen ließ. Er zelebrierte daraufhin an dem Chaturmasya Devi-Platz vor der Prayer Hall eine abschließende Puja und Homa und lud uns versammelten Devotees dann in die Dining Hall ein. Wir mussten dort lange warten. Und nach etwa einer halben Stunde kam Sri Swamiji tatsächlich Selbst in die Dining Hall, um zuerst die Ashramküche inkl. der Köche zu segnen und danach an uns Devotees Ghee auf die Speisen auszuteilen, indem Er von Tisch zu Tisch ging, um den Ghee aus einem Silberkännchen auf die Speisen eines jeden Einzelnen zu gießen. Viele Devotees hatten keinen Sitzplatz gefunden oder wollten sich nicht setzen und umringten Sri Swamiji, um von ihm Ghee auf kleine Reisspeise in einem kleinen Behälter zu erhalten. Dabei kamen diese Devotees Ihm physisch schon recht nahe…

In den folgenden Wochen und Monaten ging es etwas hin und her mit den Teilöffnungen und -schließungen des Ashrams. Da die Infektionszahlen in Mysore einfach nicht weniger wurden sondern im Gegenteil immer schneller zunahmen, wurden bisher mindestens 3 kürzere Lockdowns des Ashrams angeordnet. Vom 9. Juli bis einschl. 2. September absolvierte Sri Balaswami sein diesjähriges Chaturmasya-Programm im Mysore Ashram. Jeden Morgen war Er trotz geschlossenen Tempeln in die Prayer Hall zum Zelebrieren der Sri Cakra, der Homa und Go Puja gekommen. Niemand kontrollierte an dem Prayer Hall-Eingang, sodass vereinzelte Ashramdevotees doch täglich in der Prayer Hall seine Puja sehen konnten. Vor der Prayer Hall war wiederum der spezielle Devi-Bereich abgegrenzt worden, wo häufig am Tag verschiedene Rituale einschliesslich Homas stattfanden. Er hielt vor allem regelmäßig Yoga Vasishta Live Diskurse und teilweise auch Abenddiskurse in Vertretung für Sri Swamiji. Seine Fähigkeiten Zusammenhänge von den verschiedensten heiligen Schriften zu erläutern und auch die zugehörigen Verse oft aus dem Gedächtnis zu chanten, ist einfach phänomenal und von unserer westlichen Warte aus ein echtes Wunder. Manchmal sprach er sogar längere Sequenzen in englischer Sprache. Er sagte einmal vor ca. 10 Jahren von sich selbst, dass er Vak Siddhi (die Gabe der freien Rede und gleichzeitig das Eintreten von vorausgesagten Ereignissen) erlangt hätte.
Derzeit ist der Ashram noch immer für den Publikumsverkehr geschlossen sowie auch alle Tempel und anderen Einrichtungen im Ashram. Sri Swamiji gibt zur Zeit auch keinen Darshan mehr in der Prayer Hall oder sonstwo im Ashram. Alle Seine Programme sind ausschließlich online.
Während der Lockdownzeit und danach auch weiterhin bestand das reichhaltige Live Online Programm von Sri Swamiji und auch Sri Balaswami aus:
Morgens:

  • Eine Zeitlang gab es bereits um 7.00 Uhr (IST) eine Online Puja von Sri Swamiji in einem Seiner Guru Nilayam-Räumen
  • Sri Balaswamis Yoga Vasishta-Belehrungen ab 7.30 Uhr
  • Samskar TV Live Aufnahmen von Sri Swamiji, wo Er allerdings lediglich in Hindi sprach, 9.10 Uhr
  • Facebook Live Aufnahme von Sri Swamiji von Seinen Übersetzungen und Interpretationen aus verschiedenen heiligen Schriften, 9.30 Uhr

Abends:

  • Maha Bharatam-Übersetzungen und -Interpretationen von Sri Swamiji, teilweise mit Chanten der zugehörigen Sanskrit Shlokas, 18.30 bzw. 18.15 Uhr
  • Bhakti TV Live Aufnahmen von Sri Swamijis Belehrungen, 20.30 Uhr

Daneben gab es noch einige weitere Live Aufnahmen zu verschiedenen anderen Schriften wie die Bhagavad Gita etc. und Videoaufnahmen zum Mahabharata auf Youtube, deren Folgen etwas kürzer und weniger ausführlich sind. Dort kann man allerdings auch die Übersetzungen in einem Stück unterhalb des Videos lesen. Live Videoaufnahmen gab es natürlich auch zu den besonderen indischen Festtagen von Sri Swamijis/Sri Balaswamis Pujas, Homas und anderen Ritualen.

Wie sich die Situation weiter entwickeln wird im Ashram bzw in Mysore, ist derzeit nicht bekannt und kann nur erahnt werden. Der Ashram ist natürlich in Mysore eingebettet und stark von dem sozialen Umfeld geprägt. Wenn in Mysore die Infektionsfälle weiter hoch sind, ist anzunehmen, dass Sri Swamiji solange keine Öffnung des Ashrams erlauben wird, bis die Fälle wieder sehr abgenommen haben.
Sri Guru Datta – Pingala