Vermutlich hätte es vor noch einigen Monaten niemand geglaubt, dass der Ashram für Devotees für ein volles Jahr geschlossen sein würde. Nun ist allerdings genau dies eingetreten: Ende März 2020 wurde mit dem nationalen Lockdown in Indien der gesamte Ashram mit allen Tempeln für das Devotee-Publikum geschlossen. Und erst seit wenigen Monaten ist der Datta Venkateshvara Tempel als einziger Tempel im Ashram für die Devotees wieder zugänglich. Sri Swamiji hat seit gut 1 Jahr das erste Mal in Seinem Avatrara den Ashram für ein volles Jahr nicht mehr verlassen. Die meiste Seiner Zeit widmete Er sich den Online-Diskursen zum Mahabharata in Telegu und Kannada und einigen anderen Online-Programmen sowie morgendlichen Online-Pujas und kleineren Veranstaltungen rund um die Prayer Hall und den Shuka Vana-Bereich. Und auch für das Shivaratri-Fest galt schließlich offiziell: Ausschliesslich indischen Devotees und nur sehr wenigen NRI wurde der Zugang für einige Tage zum Ashram gewährt. Für Angels, die normalerweise mit Touristenvisum ins Land kommen, wurden bzw. werden noch keine Visen ausgestellt und standen/stehen auch keine kommerziellen Flüge nach Indien zur Verfügung. Ein Lichtblick vielleicht für Sri Swamiji Selbst ist Seine Zusage, das kommende Yugadi-Fest im April 2021 im Hyderabad Ashram zu begehen. Das wäre vermutlich Seine erste Reise außerhalb des Ashrams seit dem ersten Lockdown im März/
April/Mai 2020. Ob dieser Plan sich allerdings einhalten lässt ist noch fraglich, da die täglichen Corona-Neuinfektionen in einigen indischen Bundesstaaten einschl. Karnataka wieder leicht aber stetig ansteigen…

Immerhin hatte Sri Swamiji es Sich nicht nehmen lassen, wenigstens zu verschiedenen kleineren Festen Selbst in der Prayer Hall oder am Datta Venkateshvara Tempel zu erscheinen und die Rituale dort Selbst auszuführen. Ein solch herausragender Termin war Ratha Saptami am 19. Febr. 2021. Sri Swamiji entschied, die Veranstaltung an der großen Karya Siddhi Hanuman Statue stattfinden zu lassen (die letzten Jahre war das Fest immer im Sapta Rishi Sarovar begangen worden). Er war bereits früh kurz vor 7 Uhr am Morgen auf der Plattform direkt vor den Füßen des riesigen Sri Hanuman zu sehen. Minuten vor dem Sonnenaufgang startete Sri Swamiji Sein ausgiebiges Ritual im noch morgendlichen Halbdunkeln. Auf die Sonne schien diesen Morgen Verlass zu sein. Die Tage vorher hatte es entgegen dem üblichen Wetter Anfang/Mitte Februar 2021 immer mal wieder Wolken und einige Regenschauer gegeben. (Hier noch die Information, dass im letzten Jahr die Niederschlagsmengen an Regen ungewöhnlich hoch waren. Während es in vielen Ländern mehr Trockenheit gab, war das genau das Gegenteil für Indien. Hier überraschte die Monsunzeit mit überaus ergiebigen Regenfällen durchweg ohne große Unterbrechungen. Und die Trinkwasser-Speicherseen waren fast alle bis Mitte/Ende Juli randvoll. Der große Krishna Raga Sagara-Trinkwassersee war Mitte August randvoll. Darüberhinaus regnete es weiterhin fast täglich noch bis Mitte November sehr ergiebig.) Wie die Jahre vorher legte Sri Swamiji sich eine flache Rundung mit einem großen Docht in der Mitte (wirkt wie eine große flache Kerze) auf den Kopf. Auf den geöffneten Händen lagen je ein Öllicht. Da die Plattform auf einer Höhe von mindestens 6/7 Metern errichtet ist, konnten die Lichtstrahlen der bald aufgehenden Sonne von Osten her Sri Hanuman und Sri Swamiji früh erreichen und beide in Ihrer ganzen Schönheit und Würde aufscheinen lassen. Sri Swamiji verehrte den Sonnengott einerseits stehend mit den Lichtern in Seinen Händen und auf dem Kopf gegen Osten gegen die aufgehende Sonne gerichtet; und auch sitzend an den dortigen Idolen auf dem Pujaplatz. Anschließend zeigte Er sich in verschiedenen Posen vor dem riesigen Hanuman und wirkte dabei äußerst kraftvoll und durchdringend, wunderschön anzuschauen! Ein einmalig intensives Ereignis!

Anschließend versammelten sich viele Yogaschüler und –lehrer vor dem geöffneten Eingang zum Hanuman Tempel und gaben einige ihrer eingeübten Yogaübungen zum besten. Sri Swamiji saß derweil vor Ihnen direkt am Eingang zum Karya Siddhi Hanuman Tempel und schaute ihnen zu. Die vorwiegend jungen Mädchen der Yogagruppe vollführten beachtliche Asanas, wo sie ihren Körper teilweise extrem dehnen und beugen mussten. Diese Yogaübungen passten sehr gut zu der gerade aufgehenden Sonne.

Zu der Veranstaltung waren relativ viele Devotees und vermutlich einige interessierte Leute aus Mysuru erschienen. Auf dem Tempelvorplatz war besonders das neue Gebäude rechts neben dem Hanuman Tempel zu bewundern. Derzeit wird an dessen Fertigstellung weiter gebaut. Auffällig sind die geschwungenen Trageholmen an der Vorderseite, die dem Bau einen Kerala-Charakter verleihen. In dem Bau sollen in Kürze die Purna Phala-Kokosnüsse aufgehängt werden. Mit den vielen Tempelbauten um den Hanuman und dem Datta Venkateshvara Tempel ist ein großer nun fast zusammenhängender Tempelkomplex entstanden, der sich sehen lassen kann!

Sri Swamiji eilte nach der Yogaveranstaltung weiter zur Datta Venkateshvara Tempelplattform, um am dortigen Homaplatz neben dem Bajalu Karya Anjaneya Swami-Tempelchen ein Purnahuti durchzuführen. Von dort ging Er erst einmal in den Datta Venkateshvara Tempel, um hier ein Arati zu zelebrieren. Anschließend eilte Sri Swamiji wieder aus dem Tempel und zu dem neuen großen Homaplatz weiter Richtung Straßenzugang des Tempelkomplexes, um dort das Homa Purnahuti für eine gerade beginnende 10tägige Homa durchzuführen, welches damit eingeweiht wurde. Auf Seinen Wegen zwischen den Tempeln hielt Er öfter an, um zu Ihm geeilte Devotees zu segnen. Insgesamt war der Morgen recht vollgepackt mit schönen Swamiji-Events!

Die Atmospäre im Ashram bezogen auf die Bhagavad Gita ist recht intensiv. Bereits am frühen Morgen gegen 4.30 Uhr beginnt Suresh, der Vorarbeiter des Bonsaigartens mit seinen Runden um die Ashram-Ringstraße. Dabei chantet er in halsbrecherischer Geschwindigkeit auswendig die gesamte Bhagavad Gita, wozu er ca. 2 Stunden benötigt. Ab und zu chantet er danach noch die Guru Gita – ebenfalls auswendig. Um kurz nach 5 Uhr werden Schüler Online bzw. per Telefonschalte von Lehrern hier im Ashram beim Bhagavad Gita Chanten begleitet und korrigiert (man kann das verschiedentlich von weiterm hören). Parallel kann man auch eine Reihe Ashramangehörige in ihren Cottages die Bhagavad Gita chanten hören, teilweise auch zur Bhagavad Gita-CD von Sri Balaswamiji. Gegen 6.45 Uhr kommt eine Kindergruppe in die Nada Mantapam, um dort verschiedene Kapitel aus der Bhagavad Gita in großer Geschwindigkeit zu chanten. Zeitweise hörte man dann ab ca. 8.00 Uhr weite Teile der Bhagavad Gita von einer CD aus der Nada Mantapam tönen. Am Nachmittag trifft sich wiederum eine vom Alter her gemischte Gruppe in der Nada Mantapam, um dort einige Kapitel aus der Bhagavad Gita wiederum auswendig und mit großer Geschwindigkeit chanten. Dies sind meistens kleine Kinder. Vermutlich wird in vielen Haushalten im Ashram täglich ebenfalls am Abend die Bh. G. gechantet. Vor nur 7 – 8 Jahren hätte sich noch niemand vorstellen können, dass Sri Swamiji so eine große Bewegung erzeugen wird, bei der vor allem kleinere Kinder die Bh.G. auswendig erlernen und zum Besten geben.

Am 1. März startete in Indien die 2. Impfphase, bei der sich u.a. die über 60jähringen mit dem Covshield-Vakzin von AstraZeneca (wird u.a. in Indien produziert) impfen lassen konnten, entweder in einem Government-Hospital (ohne Bezahlung) oder einem der vielen privaten (geringer Unkostenbeitrag). Und bereits am 4. März hatte der Ashram für die älteren Ashramangehörigen einen Termin in einem Government-Hospital arrangiert, wofür sogar der Bus für den Transfer organisiert worden war. Derzeit (Mitte März 2021) sind in Indien ca. 35 Millionen Leute geimpft worden, was aber bei der hohen Bevölkerungsanzahl in Indien nicht allzu viele sind (knapp 3 Prozent der Bevölkerung).

Hier ein weiterer Einschub: Die Nada Mantapam stand Ende letzten Jahres für einige Tage unter Bauarbeiten. Es wurden die weißen Platten der inneren Hallendecke komplett abgebaut. Jedoch wurde anschließend keine neue Innendecke eingezogen. Weiterhin wurde der Boden um die Nada Mantapam herum mehrfach mit Bohrungen nach seiner Stabilität untersucht. Derzeit wird geplant, entweder lediglich eine neue Dachkonstruktion über der Halle zu errichten oder sogar die Nada Mantapam komplett neu zu bauen. Daher wird die Nada Mantapam für derzeitige Veranstaltungen im Ashram vorerst nicht mehr genutzt.

Weiterhin ist die Gautama Kuteera vollständig umgebaut worden. Nur die Grundmauern waren verblieben, sonst ist alles neu. Dabei war zu Anfang lediglich aufgefallen, dass das Gebäude weiter in den Erdboden gesunken war wegen dem relativ weichen Untergrund. Dabei waren einige Böden in der Gautama Kuteera gebrochen und ließen teilweise Wasser aus dem Boden ein etc., was man zunächst reparieren wollte. Und dann wurde doch immer mehr in die Baumassnahmen einbezogen. Und schließlich war es das gesamte Gebäude, das umgebaut werden sollte. Die Inneneinrichtungen sind nun vom neuesten indischen Standard, der aber durchaus mit dem westlichen verglichen werden kann. Die Umbauzeit betrug mehr als 1 Jahr, da u.a. während 2 Monate Lockdown am Anfang der Pandemie keine Arbeiter von außen in den Ashram eingelassen wurden. Sri Swamiji weihte das Gebäude Selbst ein. Er lief am 3. März 2021 zu Fuß den gesamten Weg begleitet von Sri Balaswami und vielen Devotees hinter ihnen von Seinem Guru Nilayam bis zur Gautama Kuteera. Er schaute Sich dort für längere Zeit in 2 verschiedenen Räumen um und ließ sich alles erläutern. Nach der Einweihung schritt Er wieder zurück in Richtung Seines Guru Nilayams und hielt unterwegs an dem kleinen Aussenplatz für die Kühe an und fütterte alle mit herbeigebrachten Gemüsen und Obst. Auch sonst gab Er teilweise herbeigeeilten Devotees einen persönlichen Darshan mit kurzem Gespräch. Schließlich zog Er mit einer großen Traube von Devotees hinter Sich in die Prayer Hall ein und verschwand in einem Aufzug in Richtung Seines Guru Nilayams.

Sehr besonders war, dass Sri Swamiji kurz vor Shivaratri genau an der Stelle bei Seinen Maha Bharata-Diskursen angelangt war, wo Bhishma auf Seinem Bett aus Pfeilen Dharmaraja die absolute Größe Shivas unterbreitete. Und genau zu Shivaratri referierte Bhishma an Dharmaraja gerichtet über die 1 000 Shiva-Namen (Shiva Sahasra Namavalli). Nur allein die Diskurse über diese Shiva-Namen nahmen mehrere Abende inkl. einem Morgen ein. Shiva sei der höchste Gott, Mahadeva/Maheshvara, der u.a. genauso wie Maha Vishnu die Entstehung des Universums aus Sich heraus kreierte.

Am Shivaratri-Vortag wurde am Morgen die rituelle Shiva-Parvati-Hochzeit durchgeführt. Zum Mangalaratri erschien Sri Balaswami und führte die letzten Rituale dort aus. Sri Swamiji kam erst am gleichen Abend vor die Paundarika Ranga Sthala, um sich die Musikvorführung zum Venkatamaki-und Tyagaraja Aradhana anzuhören. Er blieb dann aber auch bis zum Ende der Veranstaltung auf Seinem Sessel sitzen, da Ihm die Musik so sehr gefallen habe. Am gleichen Morgen hatte Er noch verkündet, dass Er vermutlich nur einige Minuten bei der Musikvorführung bleiben wolle. Er würde dann wieder im Studio die Maha Bharatam-Diskurse weiter verfolgen. Nach einer längeren Rede, bei der Er sagte, die Devotees sollten keine Angst vor dem Impfen haben und sich auch impfen lassen, legte Er eine längere Pause in Seinem Guru Nilayam ein und begann erst um 21 Uhr mit dem Maha Bharatam-Diskurs in Telegu für den Tag, der bis kurz nach 22.00 Uhr andauerte und hauptsächlich einige Namen von Shiva beeinhaltete, die von Ihm auch teilweise erklärt wurden.

Zum diesjähringen Shivaratri-Fest waren mit einer Ausnahme keine ausländischen Devotees gekommen (die Ausnahme waren 3 Leute aus Russland, die ein Business Visum in ihrem Land erhalten konnten – und auch diese konnten nur am Shivaratri-Tag bis zum nächsten Tag im Ashram bleiben und erhielten kein Ashram-Zimmer während dieser Zeit). Einige wenige NRI aus dem Ausland waren für das Fest erschienen, um ein paar Tage im Ashram sein zu können.

Am 11. März war dann der große Tag, Maha Shivaratri 2021. Bereits um 4.15 Uhr morgends startete Sri -Balaswami mit einer Ashramgruppe vom Mysuru Ashram aus eine Dharma Yatra zu Fuß zum Kaveri Fluss bei Srirangapatnam. Den gesamten Weg – 13 km – legten er und einige seiner Devotees und Helfer barfuß zurück. In Srirangapatnam angekommen liefen sie auch gleich zum Kaveri Fluss, wo Sri Balaswami ein reinigendes Bad nahm. Weiterhin besuchte Sri Balaswami mit seiner Gruppe einen Lakshmi Narasimha Tempel in der Nähe, um dort ein Abhishekam auszuführen. Der Rückweg wurde in Autos zurückgelegt. Am frühen Morgen startete fast parallel im Ashram Hauptpriester Vamshi mit anderen Priestern und Priesterschülern die Rudra Homa, die sich für Stunden hinzog. Wenig später nach Seiner Rückkehr vom Kaveri-Fluss zelebrierte Sri Balaswami ein Abhishekam am Sachchidanandeshvara Lingam, vollzog die Sri Chakra Puja auf der Poundarika Ranga Sthala-Bühne und zelebrierte das Purnahuti für die Rudra Homa. (Hier der Einschub, dass laut Sri Swamijis englischer Lifehistory Er den Lingam die ersten Jahre Satyanandeshvara Lingam genannt hatte, später erfolgte dann aus mir nicht bekannten Gründen die Namensumbenennung zu Sachchidanandeshvara Lingam.)Später verließ Sri Balaswami die Bühne in Richtung Sri Swamijis Guru Nilayam. Weder er noch Sri Swamiji kamen allerdings an diesem Morgen wieder zur Poundarika Ranga Sthala. Es waren an diesem Morgen zwar viele Devotees auf den Bühnenvorplatz gekommen, um Sri Balaswamis Ritualen zu sehen. Aber es war bei weitem nicht die Anzahl der Devotees, die normalerweise bei den Shivaratri-Festen im Ashram kommen. Sehr wenige Devotees hatten eine Unterkunft erhalten. Die große Mehrheit der Devotees hatte jedoch Hotelunterkünfte bezogen.

Am Shivaratri-Morgen und –Mittag gab es jeweils ein leichtes Essen in der Dining Hall. Am Abend und in der Nacht wurde gefastet, und die Dining Hall servierte keinerlei Speisen. Man konnte sich in der Mittagspause etwas ausruhen für die kommende Nacht und auf den ereignisreichen Abend vorbereiten.

Gegen 18.00 Uhr zog die Brahmanengruppe, die zuvor stundenlang vor dem Lakshmi Narasimha-Schrein in der Prayer Hall für die abendlichen Rituale Sandelpaste von Sandelhölzern gerieben hatte, mit den Musikklängen der Nada Swaras in Richtung Sachchidanandeshvara Lingam. Sie stellten bei dem Lingam Krüge mit geweihtem Wasser ab, die kurz danach für die Abhishekams an dem Lingam verwendet werden sollten. Nach einer kurzen Pause erschien Sri Swamiji von Seinem Guru Nilayam her in der Prayer Hall. Zuerst verehrte Er den nur für die Shivaratri-Nacht aufgestellten Lingam rechts neben dem Kalagani Shamana Dattatreya Tempel und direkt vor Seinen Goldenen Thron platziert mit einem Abhishekam. Dann nahm Er einen kurzen Darshan am Dattatreya Tempel und schritt dann mit der Brahmanengruppe im Schlepptau zum Sachchidanandeshvara Lingam. Dort vollzog Er die ersten Abhishekams am Lingam, während die Devotees zuschauen konnten. Er war aber lediglich für das Wasser-Abhishekam, dann Milch- und etwas später Joghurt-Abhishekam bei dem Lingam. Dann ließ Er Sri Balaswami die Abhishekams übernehmen, während Er wie die Jahre vorher üblich auf einem Stuhl an der Seite saß und den Ritualen zuschaute. Nachdem Sri Balaswami eine ganze Reihe von verschiedenen Abhishekams durch geführt hatte, kam Sri Swamiji nochmal zum Sachchidanandeshvara Lingam, um dort die weiteren Abhishekams durchzuführen. Erst danach kamen die Brahmanen, die die gesamten Abhishekams betreuten, an die Reihe. Anschließend wurde der Lingam für die in der Prayer Hall versammelten Devotees freigegeben. Und nun folgte der bereits aus den Vorjahren bekannte ungeordnete drängende Strom der Devotees zum Lingam hin, der nur mit Mühe von einigen freiwilligen Helfern kanalisiert werden konnte. Dabei wurde auch keinesfalls irgendein Sicherheitsabstand zu den umgebenden Devotees eingehalten. Zwischendurch ließ Sri Swamiji ein kleines Kind zu Sich kommen, dessen Kopf Er herzlich und fest an sein Gesicht drückte, obwohl das Kind keine Gesichtsmaske trug (Sri Swamiji geht da ebenfalls nach meiner Auffassung manchmal große Risiken ein. Allerdings wird Er vermutlich spüren, wer von den Leuten, die nahe bei Ihm stehen, eine Infektion hat oder nicht hat….). Sri Swamiji blieb vermutlich fast die ganze Zeit über auf Seinem Stuhl sitzen und gab den Abhishekam ausführenden Devotees dabei Darshan bis der Strom der zum Sachchidanandeshvara Lingam nachgelassen hatte. Erst dann verließ Er die Prayer Hall in Richtung Seines Guru Nilayams. Die erste Musikgruppe auf der Poundarika Ranga Sthala Bühne hatte derweil bereits ihr Musikprogramm abgeschlossen. Und nach einer Pause erschien die 2. Musikgruppe auf gleicher Bühne. Sri Balaswami kam irgendwann in der Nacht ebenfalls dazu und gab bis ca. 11.30 Uhr dort Darshan. Dann ging Er in Richtung Sri Swamijis Guru Nilayam. Laut Shivaratri-Programm war Sri Swamiji eigentlich für den frühen Morgen auf der Poundarika Ranga Sthala-Bühne erwartet worden, um wie üblich in den frühen Shivaratri-Nachtstunden die Devotees mit Seinen Diskursen und Bhajans wach, konzentriert und happy zu erhalten. Schließlich kam Sri Balaswami gegen ca. 4.00 Uhr morgens auf die Bühne und sang mit uns mehrere Bhajans, zwischendurch uns verschiedene Anweisungen zum Shivaratri-Fest gebend. Die Bhajans mit ihm ließen die Devotees wieder wacher und fokussierter werden. Und einige Minuten vor 6.00 Uhr verließ er die Bühne in Richtung Sri Swamijis Guru Nilayam, um dann später das angekündigte Mangala Arati am Sachchidanandeshvara Lingam zu zelebrieren.

Nach einer längeren Pause erschien dann plötzlich unerwartet Sri Swamiji Selbst – hinter Ihm Sri Balaswami – vor Sachchidanandeshvara. Und Seine Präsenz wirkte dort unglaublich stark, überaus lebendig und strahlend. Seine ganze Erscheinung war ein besonderes Ereignis, wirklicher als die Ihn umgebende Wirklichkeit. Wo war da meine Müdigkeit plötzlich hin entwichen……..? Man selbst kann/sollte sich da in dem Moment fragen, was genau ist dies, das dieses Gefühl von der außerordentlichen Präsenz Sri Swamijis bewirkt und was genau es bei Sri Swamiji ist. Meine Antwort darauf ist, dass es vermutlich einerseits die eigene Hingabe und der bereits bis zu einem gewissen Grad gereinigte Geist ist, aber auch das tatsächliche Wahrnehmen Sri Swamijis besonderer Essenz – die Essenz des Erleuchteten, die zu uns herüberscheint. Diese kann man in günstigen Augenblicken mit dem inneren Auge erblicken. Und genau bei diesen Augenblicken zu bleiben und sich ihrer so intensiv wie möglich bewusst zu sein, ist der eigentliche Satsang und Sadhana für den Devotee/Shishya. Sich dort ganz hineinzugeben und zu verbleiben……………..Man blickt eigentlich immer mit 2 verschiedenen Augenpaaren – mit denen, die die physischen Aspekte erblicken und denen, die innere Essenzen wahrnehmen können… Sri Swamiji gab uns zu verstehen, dass Er während der früheren Shivaratri-Stunden in einem völlig anderen Zustand gewesen wäre. Er sei mit Shiva gewesen. Und es muss für Ihn tatsächlich ein ganz besonderes Ereignis gewesen sein, nach der Ausstrahlung zu beurteilen, die da von Ihm ausging! Das war wohl auch der Grund, warum Er nicht zu der Shivaratri-Veranstaltung am frühen Morgen gekommen war (oder nicht kommen konnte). Sri Swamiji schien die Tage um Shivaratri herum voll in dem Shiva-Tattva aufgegangen zu sein! Das deutete Er auch mehrmals in Seinen Maha Bharatam-Diskursen an.

Nachdem Sri Swamiji das Mangala Aratri ausgeführt hatte, gab Er uns noch einige Anweisungen für den kommenden Tag, z.B. zuerst zum Ashram-Frühstück zu gehen, bevor man den Ashram in Richtung Unterkunft verlassen sollte. Er wies auch noch einmal darauf hin, dass wir uns alle impfen lassen sollten. Er Selbst sei auch bereits geimpft worden….

Und dann war nach 7 Uhr nun doch alles vorbei. Und die Devotees, die Sevas gebucht hatten, konnten das Prasadam noch vor dem Sachchidanandeshvara Lingam ihr Seva-Prasadam abholen und danach zum Frühstücken in die Dining Hall gehen. Die meisten Ashramangehörigen gingen wohl erst noch zu ihren Räumen, um vor dem Frühstück ihr Bad zu nehmen. Und viele blieben dann gleich auch in ihren Räumen, um sich der wohlverdienten Ruhe zu widmen. Erst am gleichen Nachmittag kam wieder etwas Leben im Ashram auf. Sri Swamiji oder Sri Balaswami kamen am gleichen Abend nicht zur Zelebrierung einer Puja in die Prayer Hall wie in den Jahren zuvor üblich. Sri Swamiji führte Seinen Maha Bharatam-Diskurs an dem Abend weiter fort….

Damit endete das Shivaratri-Fest 2021 und ca.ein ganzes Jahr sehr eingeschränkte Teilnahmen der Devotees an Ashramfestlichkeiten. Was werden die nächsten Monate bringen….?

Hier noch einmal der Hinweis, dass das diesjährige Datta Jayanti-Fest 2021 nach Sri Swamijis Ankündigung in Ganagapur im Norden Karnatakas stattfinden soll, dem Platz, an dem Sri Narasimha Sarasvati (die 2 . physische Reinkarnation von Lord Dattatreya) die längste Zeit gelebt hatte. Während des dortigen Festes sollen keine Devotees in dem Mysore Ashram aufgenommen werden (Information der Ashramleitung). Leider können nach Sri Swamijis Anordnung ausschließlich die Devotees in Ganagapur teilnehmen, die bereits alle 16 Dattatreya Avatara Tempel/Ashrams inkl. Mekedatu und Manginapudi Ashrams besucht haben.

Allen Devotees eine gesegnete Zeit und gute Gesundheit!

Sri Guru Datta – Pingala