Nur wenige Wochen vor Beginn des diesjährigen Navaratri-Festes kam die Ankündigung von Sri Swamiji, dass das Fest dieses Mal in Vijayawada gefeiert würde und nicht im Mysuru Ashram. Als Grund dafür gab Sri Swamiji in Vijayawada Ashram am 6. Oktober u.a. bekannt, dass sich im Vijayawada Ashram Marakata Rajarajeshvari befinde, die Ihn gerufen hätte. Und so sei Er dorthin gekommen. Allerdings, wenn man die praktischen Gründe beleuchtet, macht es auch aus einem anderen Grund Sinn: Es wird seit nunmehr ca. 2 Monaten in Mysuru an einem neuen Ashramtor gebaut, das ca. 25 m weiter innerhalb des Ashrams konstruiert wird. Das alte Ashramtor war angeblich zu nahe an der Nationalstrasse gelegen, die direkt am Ashram vorbeiführt. Und diese bereits verbreiterte Strasse wird evtl. noch mehr verbreitert werden, sodass spätestens zu der Zeit das derzeitige Ashramtor hätte weichen müssen. Dem kommt man nun durch den Bau des neuen Tores entgegen. Ashrambesucher und auch Ashramangehörige müssen derzeit etwas umständlich auf kleinen Pfaden um den Neubau herumfahren, um in den Ashram zu gelangen. Für ein größeres Ashramfest wäre das sicherlich ungünstig gewesen. Weiterhin wird noch an dem Nada Mantapam-Dach gebaut. Und an eine Nutzung der großen Halle für derzeitige Veranstaltungen kann die Ashramverwaltung daher noch nicht in Betracht ziehen. Ggfs. werden die Bauarbeiten erst nach Datta Jayanti 2021 abgeschlossen sein. In den letzten Jahren (außer 2020) fand das Navaratri-Fest immer in der Nada Manatpam statt. Und ein Ausweichen in die Prayer Hall wie letztes Jahr hätte zur Folge gehabt, dass das Fest wiederum in der viel kleineren Prayer Hall stattgefunden hätte, was gerade während der noch anhaltenden Corona-Restriktionen nicht einfach geworden wäre. Zwei starke Gründe also, das Navaratri-Fest nicht im Mysuru Ashram stattfinden zu lassen. Vorerst ist auch vorgesehen, das Datta Jayanti-Fest im Ganagapur Ashram, Nord Karnataka, stattfinden zu lassen.

Sri Swamiji gab vor Seiner Abreise nach Bengaluru mehrmals persönlichen Darshan in der Prayer Hall, teilweise auch mit persönlichen Einzel-Darshans am Darshan-Fenster in der Prayer Hall. Er schien Sich dabei besonders viel Zeit mit den verschiedenen Devotees zu nehmen, die da zum Ihm ans Fenster kamen. Einer Familie und noch einem einzelnen Mann vor mir z.B. widmete Sri Swamiji je 10 – 15 Minuten Seiner kostbaren Zeit und stieg offensichtlich äußerst genau in deren Probleme und Fragen ein. Dies tat Er vermutlich u.a. wegen der langen Zeit, die die Devotees vorher keinen Darshan mit Ihm haben konnten. Er schien diese persönlchen Gespräche sehr zu genießen und verhielt Sich unglaublich umgänglich. Aus diesem Grund dauerte das Warten in der Darshan-Schlange sehr lange.

Noch am 1. Oktober während Seiner Abreise dachte ich und vermutlich noch viele andere Devotees, dass Er wie vorher angekündigt, am 2. Oktober wieder nach Mysuru zurück kommen und erst ein paar Tage später nach Vijayawada reisen würde. Dann sagte Sri Swamiji aber auf dem Weg zu Seinerm Auto, dass alle im Ashram Verbliebenen auch hier Navaratri feiern sollten. Erst damit wurde deutlich, dass Er wohl nicht von Bengaluru zurückkehren würde, was mir dann bestätigt wurde.

Sri Swamiji veranstaltete im Bengaluru Ashram dann am 2. Oktober das Sogala Samgama (meint eigentlich Zusammenfluss von zwei oder mehreren Flüssen, hier allerdings eine Zusammenkunft von Leuten). Dies war Seine Zusammenkunft mit Vertretern aus seiner Familie mütterlicherseits, die seit Generationen in Sogala residiert. Sein Urgroßvater soll dort große Ländereien besessen haben, die ihm durch Verschenkungen, Verkauf etc. nach und nach abhanden kamen. Er war unter den Dorfbewohnern fast wie ein Heiliger verehrt worden. Und ein Baum, der ihm in einem Feld vor Sogala zugesprochen wurde, wird noch heute verehrt. Der Lösboden um den Baum herum wird von den Leuten für Heilzwecke in kleineren Portionen abgetragen und in ihren Familien angewendet. Als Sri Swamiji mit einigen Angels und Indern dort einmal vor ca. 12 Jahren hinfuhr, erhielten wir aus Seinen Händen ebenfalls ein Kügelchen dieser Erde unter dem beschriebenen Baum. Zu dem Samelam in Bengaluru waren viele Seiner Familienmitglieder gekommen. Sie erhielten gesonderten Darshan in der Ashram Prayer Hall. Und es wurden Ansprachen dazu gehalten und eine Pada Puja von ihnen zu Sri Swamijis Füßen zelebriert. Sri Swamiji reiste bereits am 4. Oktober nach Vijayawada weiter.

Gleich am nächsten Tag fuhr Sri Swamiji zu dem im Umkreis sehr bekannten Dashaavatara Venkateshvara Tempel bei Gunturu, Andrah Pradesh. Die dortigen Tempel und Murthies sind erstaunlich groß, ästhetisch gearbeitet und dekoriert. Dort zelebrierte Er mehrere kleine Rituale an den verschiedenen Murthies. Am gleichen Abend gab es im Vijayawada Ashram den Willkommensabend (Swagata Sabha) für Sri Swamiji, bei dem Er später auch eine Rede hielt.

Am 6. Oktober fand am Abend die Verleihung der Ritualumhänge für die Priester und Brahmanen statt, die bei dem Navaratri-Fest im dortigen Ashram direkt involviert sind. Zu diesem Anlass hielt Sri Swamiji wiederum eine eindrückliche Rede, die auf Facebook mit Übersetzungen von XXXX angeschaut werden kann. Damit begann auch schon das Navaratri-Fest.

Zu dem diesjährigen Navaratri-Fest war ich nicht in Vijayawada Ashram gefahren; das erste Mal seit 21 Jahren, dass ich nicht dabei sein würde. Es waren in Vijayawada lediglich 2 Angel-Devotees angereist. Die Corona-Situation in Indien scheint vorerst einigermassen unter Kontrolle zu sein mit täglich um die 20 000 Neuinfektionen, in Karnataka lediglich um die 400, Mysuru um die 40. Jedoch dürften die tatsächlichen Neuinfektionen sicherlich ca. 10 x höher liegen.

Im Mysuru Ashram wurde dann auch parallel mit Vijayawada das Navaratri-Fest begangen. Wie auch die Jahre vorher wurde morgens kurz nach 9 Uhr ein Umzug mit einem Devi-Wagen (Ratha) veranstaltet in die Prayer Hall hinein. Es fand sogar die Kumari Puja an den jungen Mädchen statt. Die Priester organisierten und führten die Pujas und die weiteren Zeremonien aus. Zwei Brahmanen-Gruppen halfen zur Bildung einer spirituell aufgeladenen Atmosphäre durch intensives Chanten ihrer jeweiligen Verse einerseits beim Sachchidanadeshvara Lingam und auch vor dem Devi-Altar. Mehrere vor allem weibliche Devotees vollzogen Lalita Sahasranama Rezitationen mit dem gleichzeitigen Opfern von Kumkum-Pulver in einen Teller vor sich. Parallel wurde jeden Morgen ein anderes Sangita Seva von einer kleineren Musikgruppe oder auch Einzelkünstlern angeboten. Gegen Mittag wurde nach dem Anarchana an Sri Devi das Reis-Prasadam in der Dining Hall an die Devotees verteilt. Abends fand kürzeres Bhajan-Singen statt. Alles in Allem ein sehr abgerundetes,schönes Programm!

Hier noch zur Ergänzung: Neben den Bauarbeiten an der Nada Mantapam und dem Eingangstor, gab es noch einen weitgehenden Umbau an der Padmavati Kuteera, in der ein paar Jahre lang die Angel Hall vor dem Jahr 2000 war. Weiterhin wird vor dem Guru Nilayam noch viel umgebaut einschließlich des noch unfertigen Aufzugs ins Guru Nilayam. Einige Dächer der Kuteeras werden gerade neu gedeckt. An dem neuen Kuhstall mit Auslauf wird nach wie vor täglich weiter gearbeitet. An ein paar Kuteeras wurden Aufzüge angebaut.

Es kann davon ausgegangen werden, dass für die Zeit um das Datta Jayanti-Fest 2021 wieder Touristenvisen ausgestellt werden und auch wieder internationale Flüge nach Indien möglich sind. Allerdings wird nach dem derzeitigen Plan das Fest dann im Ganagapur Ashram stattfinden. Details werden in der nächsten Zeit noch bekannt gegeben.

Sri Guru Datta – Pingala