Newsletter zur Bhagavad Gita von Dr. P.V. Nath
Newsletter on Bhagavadgita by Dr. P.V. Nath

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Original English version of text follows after German translation.
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Vers 54

BRAHMA-BHUTAH PRASANNATMA NA SHOCHATI NA KANKSHATI
SAMAH SARVESHU BHUTESHU MAD-BHAKTIM LABHATE PARAM

Wer zu Brahman wird, von heiterer Gelassenheit ist, weder trauert noch begehrt, von gleicher Art allen Wesen gegenüber, der/die erlangt höchste Hingabe an Mich.

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Brahma bhootaha: Jivanmukta / zu Brahman werdend;
prasannatma: von heiterer Gelassenheit;
na shochati: trauert nicht;
na kankshati: keine Begehren;
samaha: gleich;
sarveshu bhuteshu: zu allen Wesen;
madbhaktim: Hingabe an Mich;
param: das Höchste;
labhate: erlangt.

Das letzte Wort in Vers 53 war „Brahma bhuyaya kalpate“, mit der Bedeutung: qualifiziert dafür zu „Brahman“ zu werden. Er/sie wird zu einem „Brahma Jnani“ (Wissend um Brahman). Die Schriften nennen so weit entwickelte Suchende „Jivanmukta“. Jivanmukta ist der Titel für die befreite Seele, während sie weiterhin in dieser Welt lebt.

Wie würden solche Suchende ihre Pflichten erfüllen? Das wird in diesem Vers beantwortet.

Prasannatma: Von heiterer Gelassenheit (vgl. Vers 16, Kapitel 17, „Manasika Tapas“).

Philosophisch gesehen ist es das „Ananda“, was aus dem Inneren kommt und nicht von der Welt der Objekte. Er/sie sollte eine geistige Balance in Bezug auf die weltlichen Transaktionen haben. Der Zustand von Glück, der nicht in Leid endet, ist Prasannata. Es ist die Gelassenheit, die durch geistige Sammlung entsteht.

Na kankshati: Hat keine Begehren.

Er/sie akzeptiert alles, was aus den Handlungen entsteht, als eine Gabe des Herrn. Er/sie geht davon aus, dass er/sie ein Recht hat (adhikara) Handlungen auszuführen, ohne durch die Früchte motiviert zu sein, die aus solchen Handlungen entstehen.

Na shochati: Trauert nicht.

Es sollte keine Trauer hinsichtlich der Ergebnisse geben, die aus den auferlegten Pflichten resultieren. „Herr, ich nehme das, was Du mir gibst, als Dein Prasadam“ sollte die Haltung sein. Trauer resultiert aus Erwartungen. Wenn es keine Erwartung mehr gibt, wird es keinen Raum für Trauer mehr geben. Trauer und Begierden haben mit der „Ich-haftigkeit“ zu tun. Wie lässt sich Trauer vermeiden? Indem man im Handeln kein Gefühl von Täterschaft hat.

Das Gefühl von Täterschaft im Handeln entsteht auf zwei Ebenen: Kartrutva Bhavana und Bhoktrutva Bhavana. „Kartrutva bhavana“ (das Gefühl von „Ich habe es getan“), was im Geist entsteht, „Bhoktrutva bhavana“ (das Gefühl von Täterschaft im Genießen der Ergebnisse von Handlungen), das im Intellekt entsteht. Man sollte Ausgeglichenheit des Geistes entwickeln, indem man in Relation auf die Ergebnisse von Handlungen weder Vorlieben noch Abneigungen hat.

Samaha sarveshu bhuteshu: Von gleicher Art zur allen Wesen (Vers 55, Kapitel 11).

Der Jivanmukta zeigt Liebe für alle Wesen. Es ist wahr, dass die Welt, in der wir leben, eine Vielzahl von Wesen hat, welche die unterschiedlichsten Charaktere ausdrücken. Die Schriften bringen die Wahrheit zum Vorschein, dass ungeachtet der offensichtlichen Unterschiede jedes lebende Wesen in diesem Universum lebendig ist wegen des Funken des Paramatman im Innern. Der Jivanmukta sieht/erkennt die Gegenwart des Paramatma in allem, und weil er höchste Liebe für des Paramatma hat, überträgt er dieselbe Liebe auf alle Wesen.

Sarveshu bhuteshu: Gegenüber allen Formen des Lebens.

Es mag Differenzen geben: in Nationalität, in Religion, Kaste, Gruppe, Geschlecht, usw. und so fort. Er/sie ist eine selbst-verwirklichte Seele, weil er/sie die Bewusstheit des selben „Selbst“ in allem hat/sieht/visualisiert. Dies ist „Selbst“-Verwirklichung.

„Madbhaktim labhate param: Erlangt Höchste Hingabe an Mich“.

Dies ist eine wichtige Klarstellung durch den Herrn selbst. Die ersten drei Viertel /Padas in diesem Vers „Brahma bhootaha prasannatma, na shochati na kankshati, Samaha sarveshu bhuteshu“ mit der Bedeutung: Zu Brahman werdend, von heiterer Gelassenheit, weder trauernd noch begehrend, von gleicher Art allen Wesen gegenüber. Dies resultiert, wenn die Handlungen in Einklang sind mit dem erworbenen Jnana/Wissen. Dies Wissen/Jnana wird angesehen als „Parama Bhakti“. Durch „Höchste Hingabe an Mich“ sagt der Herr.

Der Herr macht eine kategorische Aussage, dass höchstes Wissen, das durch ein Individuum zum Ausdruck gebracht wird, höchstes Handeln und dies Höchste Hingabe ist. Ein wahrer Jnani ist ein wahrer Bhakta, und ein wahrer Bhakta ist ein wahrer Jnani. Der Herr möchte von den Suchenden, dass sie Jnana, Karma und Bhakti als interdependent ansehen, und Er wünscht von uns, dass wir sie nicht als voneinander unterschieden klassifizieren, und nicht eines davon als den anderen überlegen ansehen.

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Sloka 54

BRAHMA-BHUTAH PRASANNATMA NA SHOCHATI NA KANKSHATI
SAMAH SARVESHU BHUTESHU MAD-BHAKTIM LABHATE PARAM

Becoming Brahman, serene minded, he neither grieves nor desires, equal to all beings, he obtains supreme devotion to Me.

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Brahma bhootaha: Jivanmukta / becoming Brahman;
prasannatma: serene minded;
na shochati: grieves not;
na kankshati: no desires;
samaha: equal;
sarveshu bhuteshu: to all beings;
madbhaktim: devotion to Me;
param: Supreme;
labhate: obtains.

The last word in sloka 53 was „Brahma bhuyaya kalpate“ meaning, eligible for becoming „Brahman“. He becomes a „Brahma Jnani“ (knower of Brahman). The sastras call such an evolved seeker as „Jivanmukta“. Jivanmukta is the title for the liberated soul while continuing to live in this world.

How would such a seeker conduct his duties? This is answered in this sloka.

Prasannatma: serene minded. (Refer to sloka 16, chapter 17, „Manasika Tapas“)

Philosophically it is the „Ananda“ which comes from within and not from the objective world. He should have a balance of mind in relation to the worldly transactions. The state of happiness that does not end in sorrow is Prasannata. It is the serenity that comes of mental composure.

Na kankshati: has no desires.

He accepts whatever returns that come from his actions as a gift from the Lord. He considers that he has a right (adhikara) to conduct actions and is not motivated by the fruits that come from his actions.

Na shochati: does not grieve.

There should not be grief with the results obtained from the ordained duties. „Lord, I take what you give me as your prasadam“ should be the attitude. Grief comes from expectation. When there are no expectations, there will be no more room for grief. Grief and desires have to do with the „I-ness“. How to avoid grief? By not having the sense of agency in actions.

Sense of agency in actions arises at two levels: Kartrutva Bhavana and Bhoktrutva Bhavana. „Kartrutva bhavana“ (the feeling of „I did it“) which originates in the mind, „Bhoktrutva bhavana“ (the sense of agency in enjoyment of the results of actions) which originates in the intellect. One should develop equanimity of mind by not having likes and dislikes in relation to the results of actions.

Samaha sarveshu bhuteshu: equal to all beings (sloka 55, chapter 11).

The Jivanmukta shows love for all beings. It is true that the world in which we live, has a variety of beings expressing a variety of characters. The sastras bring out the truth that despite the apparent differences every living entity in this universe is alive because of the spark of Paramatman within. The Jivanmukta sees/realises the presence of the Paramatma in all and as he has supreme love for the Paramatma, he transmits the same love to all beings.

Sarveshu bhuteshu: Towards all forms of life.

There could be differences: In nationality, In religion, Caste, Sect, Sex, and so on and so forth. He is a Self realised soul because he sees/visualises/has the awareness of the same „Self“ in all. This is „Self“ realisation.

„Madbhaktim labhate param: Obtains Supreme devotion to Me“.

This is an important declaration from the Lord Himself. The first three quarters/padas in this verse: „Brahma bhootaha prasannatma, na shochati na kankshati, Samaha sarveshu bhuteshu“ Meaning: Becoming Brahman, serene minded, neither grieving nor desiring, the same to all beings. This comes when the actions are in line with the jnana/knowledge acquired. This knowledge/jnana is considered as „Parama Bhakti“. By „Supreme devotion to Me“ says the Lord.

The Lord is making a categorical statement that supreme knowledge expressed by an individual is supreme action and this is Supreme Devotion. A true Jnani is a true Bhakta and a true Bhakta is a true Jnani. The Lord wants the seekers to consider Jnana, Karma and Bhakti as being interrelated, He does not want us to classify them as being different from each other and does not consider any one of them as being superior to the others.

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