Shabari besucht Ammavodi in Hyderabad
Herrliche Geschichten aus Ammavodi
Besuch im Ammavodi in Hyderabad
Anlässlich der indischen Neujahrsfeier, am 22. März 2023, besuchte Shabari das Wohn- und Beschäftigungszentrum für sozial benachteiligte und alte Frauen. Es wurde in 2004 eingeweiht und besteht inzwischen seit bald 20 Jahren.
Frau Vijaya Rao ist seit ein paar Jahren verantwortlich für das Zentrum.
Beim Betreten der Liegenschaft fällt als erstes der sehr gepflegte Garten auf, mit dem Tempel von Jayalakshmi Mata inmitten der vielen Pflanzen und Bäume. Der Tempel ist umgeben von einem Fussweg, auf dem die Frauen den Tempel umkreisen (Pradakshina) können. Weitere Wege durchsäumen den Garten und laden ein, um sich darin zu bewegen.
Zur Zeit leben 32 Frauen im Ammavodi. Zu gewissen Zeiten sitzen sie in kleinen Gruppen im Gang und unterhalten sich. Wie in Indien üblich, antworten sie unmittelbar mit einem Lächeln, wenn angesprochen und lassen sich gerne auf ein Gespräch ein. Sie erzählen von ihren Tagesaktivitäten, wie Frühstücken, Mittagessen, Nachmittagsspaziergang im schönen Garten, ihren Besuch im Tempel und dem Rezitieren der Bhagavad Gita oder Guru Gita. Einige helfen gerne in der Küche mit.
So berichtet Rani über ihren Tagesablauf: Am Morgen früh gibt es als erstes Tee. Nach dem Frühstück nimmt sie an der Anagha-Puja teil, die jeden Tag im grossen Begegnungsraum stattfindet. Danach hat sie freie Zeit bis zum Mittagessen. Am Abend besucht sie die Tempel im Ashram, der in zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuss erreichbar ist. Dort lesen sie zur Zeit die Bhagavad Gita. Die Frau eines Priesters erläutert deren Inhalt auf anschauliche Weise. Rani hat nie geheiratet, hat keine Kinder, niemand, der zu ihr schaut.
Jayalakshmi erzählt, dass sie die 1300 Seiten umfassende Lebensgeschichte von Sri Swamiji in Telugu in 40 Tagen gelesen habe, und am 41. Tag habe Sri Swamiji Ammavodi besucht.
Die Atmosphäre wirkt sehr entspannt und freundlich. Die Frauen sind im Haus unterwegs, gehen ihrem Tagesgeschehen nach, das unterschiedlich sein kann. Frau Vijaya Rao sagt, die Aktivitäten seien freiwillig. Neben dem spirituellen Angebot können sie in der Küche mithelfen, Baumwolldochte für die Oellampen in den Tempeln herstellen, Hanuman- und Homabändchen knüpfen, die als Prasadam abgegeben werden, oder auch im Garten helfen. Zweimal pro Woche gibt es Chapati (Brotfladen) zum Abendessen, die die Frauen selber machen.
Ärztliche Betreuung
Bei kleineren Problemen können sie ins ärztliche Zentrum beim Ashram gehen.
Einmal pro Monat kommt ihr 'persönlicher' Arzt, der die Krankengeschichte aller Frauen kennt, sie regelmässig untersucht und behandelt falls notwendig.
Die Frauen bezahlen nichts für ihren Aufenthalt. Gemäss Frau Vijaya Rao gibt es Ausnahmen wie das Beispiel von Jayalakshmi. Sie hat Angehörige, die für Ammavodi spenden können.